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Torul "End Less Dreams"
Neben Laibach und den grandiosen Silence gehören Torul mittlerweile für viele Musikfans zur Speerspitze slowenischer Bands. Musikalisch stehen sie dabei eher letzteren näher, da ihre Wurzeln im Synth-Pop zu suchen sind. Was alle drei Bands verbindet ist hingegen der Mut zum Experiment und die slawische Seele, welche aus so manch einem Ton tropft. Was viele nicht wissen, ist die Tatsache, dass das von Borut Bernik (Torulsson) gegründete Projekt schon seit Ende der 90er Jahre existiert. Über die Landesgrenzen hinaus wurde es nämlich erst um 2011 bekannt als ein Vertrag mit Infacted Recordings unterschrieben wurde, der bis heute andauert. Bereits mit dem ersten dort veröffentlichten Album "In whole" konnte man viele Lorbeeren einheimsen und Fans mit leidenschaftlicher und spannender elektronischer Musik begeistern. Seitdem sind vier weitere Alben entstanden, wobei auf halbem Wege der Platz am Mikro neu besetzt wurde. Anno 2023 teilen sich Herr Torulsson und Maj Valerij diesen Posten und erschaffen so eine zusätzliche Facette im Soundspektrum.
Von Beginn an überzeugt "End less dreams" durch eine angenehme Eindringlichkeit sowie einen räumlichen Klang, der den Hörer geradezu umarmt. Die Hinzunahme einer weiblichen Stimme, die zeitweise Verwendung der slowenischen Sprache sowie vieler unterschiedlicher Sounds gewährleisten, dass die Abwechslung erhalten bleibt. Nach mehrmaligem Hören kristallisieren sich dann auch ein paar Ohrwürmer heraus, deren Melodien im ersten Anlauf vielleicht sogar unscheinbar wirkten. So besitzt "Resonate" die Samtigkeit eines Maps-Songs und "Hero material" eine Einprägsamkeit, wie man sie von größeren Namen der Szene erwarten würde. Viele Songs durchzieht dabei eine gewisse Melancholie, ohne dadurch das Licht am Ende des Tunnels aus den Augen zu verlieren. Gen Ende mehren sich die schrägen oder gar (t)rotzigen Aspekte im Vortrag. Dadurch entsteht zwar ein interessanter Stimmungsbogen, den aber vielleicht nicht jeder Hörer wird mitgehen können. Somit bleibt am Ende eine eindeutige Kaufempfehlung, aber auch der Rat, vorher ins Album reinzuhören. (Torsten Pape)
Label Infacted | VÖ 17.02.2023 | Homepage www.torul-recordings.net